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Neuere Dorfgeschichte


Wasserversorgung

Um den gestiegenen Anforderungen an einwandfreies Trinkwasser gerecht zu werden, wurde 1964 der Bau einer gemeindlichen Wasserversorgung begonnen und 1965 zu Ende geführt. Bis dahin gab es neben der Wassergenossenschaft Oberdorf lose zusammengeschlossene und einzelne Wasserentnahmestellen im Unterdorf und im Bachtal, wo reichlich Wasser entspringt.

Käserei und Molkerei

Die große Verarmung, die durch das Aufhören der Flößerei und dem
Zusammenbruch der Sägmühle eingetreten war, zwang zu Überlegungen, wie man aus der Not herauskommen könnte. Deshalb erfolgte 1892 die Gründung der Käserei Kinsau mit 52 Milchlieferanten. Nach 10 Jahren war die Molkerei zu klein und es wurde im Oberdorf zusätzlich eine Dampfmolkerei erstellt. Dem 1928 in Schongau gegründeten Butterwerk traten jetzt die beiden Molkereien bei. Die Milch wurde in Kinsau entrahmt und diente zur Käsebereitung. Ab 1953 wurde die ganze Milch nach Schongau geliefert. Zwischenzeitlich wurden beide Käsereien geschlossen. Die Milch wird heute vom Hof abgeholt.

Pfarrhof

Der mit der Kirche das Dorfbild beherrschende Pfarrhof entstand 1739/41. Vorher blieb die Pfarrei oft unbesetzt und die Schongauer schickten nur hin und wieder ihren Spitalbenefiziaten oder den Vikar für Eldratshofen, obwohl sie den ganzen Zehent einsteckten.

Nach dem Tode von Pfarrer Feldmaier 1965 wurde der Pfarrhof nur noch von der Pfarrhaushälterin Frieda Semmelroth bewohnt. Seit deren Auszug ins Altersheim steht der Pfarrhof leer.

Eigentümer bis 2013 des Kinsauer Pfarrhofes war die Kath. Pfarrpfründestiftung St. Matthäus in Kinsau. Eine Renovierung des Pfarrhauses sollte schon 1983 erfolgen, scheiterte aber an dem hohen Kostenvoranschlag von 800.000 DM.

Im Jahr 2013 erwarb die Gemeinde Kinsau den Pfarrhof,  2014 wurde mit den Restaurationsarbeiten begonnen.

Ortsverschönerung

Schon 1936 erhielt Kinsau beim ersten Ortsverschönerungswettbewerb einen Anerkennungspreis vom Staat, weil die Einwohner die Eigenheit ihres Dorfes erhalten haben.

Die Verleihungsurkunde erhält folgende Begründung: „Nur selten kommt man durch einen Ort, wo kein Misston festzustellen ist. Hier ist ein solches Dorf; kein Zufallsgebilde, sondern das Ergebnis einer vernünftigen und ordnungsliebenden Haltung der Bevölkerung, welche weiß, dass die Erhaltung der Schönheit, der Sauberkeit der dörflichen Eigenheit ewiges Kapital ist, das Gegenteil töricht ohnegleichen.“

Flößerei

Bis um 1900 war Kinsau wie Apfeldorf ein Flößerdorf und manche Sterbefälle in Österreich und Ungarn weisen auf dieses Gewerbe hin.